Das Esslinger Klinikum aus der Sackgasse führen

25. März 2015  Gesundheit, Kommunalpolitik

Wann übernimmt der Bund für die Gesundheitsversorgung endlich seine Verantwortung?

Der Bund führte vor 10 Jahren die unsägliche Finanzierung über Fallpauschalen ein. Fallpauschalen setzen Anreize, möglichst viele Fälle mit möglichst wenig Personal in möglichst kurzer Zeit zu behandeln. Folglich bemühen sich Krankenhäuser um lukrative Eingriffe.

Die jüngsten Berichte über das Esslinger Klinikum zeigen, wie dieses System alle Akteure in die Zwickmühle bringt. Geschäftsführer Bernd Sieber weiß um die Not seines Pflegepersonals, kümmert sich aber als erstes um den Ausbau der Bereiche, die betriebswirtschaftlich etwas einbringen. Dadurch drehen sich z.B. im Kreißsaal die Hebammen nur noch im Kreis. Die Stadt ringt um den Erhalt ihres geschätzten Klinikums, obwohl sie für die Kreiskliniken zusätzlich zahlen muss. „Ohne eine kräftige Finanzspritze der Stadt bliebe nur die Privatisierung“, glaubt die Betriebsratsvorsitzende. Für DIE LINKE ist das das Übel an sich.

Der Erfolg der privaten Krankenhäuser beruht darauf, dass sie sich die wirtschaftlich lukrativen Abteilungen aussuchen und vermeintlich unrentable Bereiche schließen, ohne Rücksicht auf deren Notwendigkeit für die Versorgung der Bevölkerung. Die Arbeitsbedingungen würden eher schlechter. Die Fallpauschalen als marktwirtschaftliches Entgeltsystem sind unvereinbar mit dem Sinn und Zweck sozialstaatlicher Gesundheitsversorgung. Die Finanzierung muss sich wieder am Bedarf und an medizinischen Kriterien orientieren. Permanente Unterfinanzierung durch den Bund führt trotz großem Engagement in die Sackgasse.

Wenn wir uns dafür gemeinsam stark machen, leidet das Esslinger Klinikum nicht unter ständigem Kostendruck.


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