Pfandringe – eine soziale Umverteilung

27. Februar 2015  Kommunalpolitik
Eine Entwicklung des Designers Paul Ketz

Pfandringe – Eine Entwicklung des Designers Paul Ketz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die einen lassen ihr Pfandgut irgendwo in der Stadt stehen oder schmeißen die Büchsen und Flaschen in öffentliche Müllbehälter, deren Inhalt in aller Regel verbrannt wird. Die anderen machen sich um 4 Uhr morgens auf in die Stadt, durchwühlen Müllbehälter, um ihre schmalen Einkommen mit dem Pfandgut aufzubessern.

Dieser unwürdigen Situation der Pfandsammler will eine Entwicklung des Kölner Diplomdesigners Paul Ketz jetzt mit den Pfandringen entgegen wirken. Um vorhandene öffentliche Müllbehälter werden Metallringe mit Aussparungen für Büchsen und Flaschen angebracht. Die Pfandsammler müssen also nicht mehr in verdreckten Müllbehältern wühlen.

Im Rahmen der Haushaltsberatungen hatten die Grünen und die LINKE den Antrag gestellt, auch in Esslingen diese Pfandringe anzutesten. Der Ausschuss Technik und Umwelt hat jetzt im Februar eine Vertagung der Entscheidung auf 2016 beschlossen, um die Erfahrungen anderer Städte auszuwerten. In der ersten Stadt, die zwei Pfandringe aufgestellt hat – Bamberg – liegen nach einem Jahr Ergebnisse vor: kein Glasbruch um die Behälter, die Leerung der Müllbehälter funktioniert problemlos, die Flaschen und Büchsen werden nicht von professionellen Sammlern abgegriffen… Im März zieht die  Verwaltung im zuständigen Ausschuss Bilanz: Die Pfandringe in Bamberg bleiben!

Die Esslinger Verwaltung und Politik tat sich im Ausschuss behäbig und experimentierunfähig. Werner Bolzhauser, Stadtrat der Linken, stellt in Aussicht, einen Pfandring in Kooperation mit dem Verein Kultur am Rande in Esslingen aufzustellen. Weitere soziale Einrichtungen wollen folgen.


Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*