Pressemitteilung

12. Dezember 2018  Presse

zum Antrag Namensgebung der Südtangente in Berta-Benz-Str.

Der Kulturausschuss berät am Mittwoch über die Vergabe von Straßennahmen. Nach dem Willen der Grünen soll die Südtangente künftig Berta-Benz-Straße heißen. Martin Auerbach DIE LINKE fragt: „Welchen Symbolcharakter geben wir einer Straße, wenn sie nach einer Frau benannt wird, deren Leistung das Führen eines Autos war. Angesichts ständig überhöhter Feinstaub- und Stickoxidwerte in unserer Stadt halten wir eine solche Namensgebung für mehr als bedenklich. Es ist an der Zeit den motorisierten Individualverkehr zurückzudrängen, Alternativen anzubieten und ihn nicht noch durch Autonamen zu heroisieren. Berta Benz hat zudem keinerlei Verbindung zu unserer Stadt.“  Odette Schönhaar kämpfte mit unbändigem Mut und großem Entbehren gegen die Nazidiktatur. Sie musste diesen Mut im KZ Ravensbrück mit ihrem Leben bezahlen. Sie lebte mit ihrer Familie einige Jahre in Esslingen, doch eine Straße wurde nach ihr bisher nicht benannt. Wenn eine Verbindung zu Esslingen nicht mehr wichtig wäre schlägt DIE LINKE Astrid Lindgren, Lilo Hermann, Clara Zetkin oder Maria Montessori vor, allesamt Frauen, die in einer Männer-dominierten-Gesellschaft ihren Mut aufgebracht haben, um der Welt Menschlichkeit zu verleihen.

Die Partnerschaft mit Vienne bedeutete vor 60 Jahren und natürlich auch noch heute einen großen Schritt zu Frieden und Versöhnung. Dieser Namensgebung schließt sich DIE LINKE gerne an. Die Benennung der Vogelsangbrücke in Europabrücke lehnt sie derzeit ab. Martin Auerbacch: „Wir wollen ein vereintes friedliches und solidarisches Europa, dann gäbe der Name einen symbolischen Wert wieder. Allerdings rüstet Europa ungeheuer auf statt mit ihren vermeintlichen Feinden den Frieden zu suchen. Es stellt sich als Festung mit Grenzzäunen schon in Afrika auf und lässt Menschen im Mittelmeer ertrinken. Europäische Staaten exportieren Waffen nach Afrika anstatt den Krieg auszutrocknen. Unfaire Handelsabkommen führen dazu, dass afrikanische Märkte mit gefrorenen Hähnchenteilen überschwemmt werden und den einheimischen Markt ruinieren. Eine Europabrücke sollten wir benennen, wenn Europa tatsächlich für Frieden und eine Welt ohne Hunger sorgt.“

Mit freundlichen Grüßen

Martin Auerbach und Tobias Hardt