Radschnellweg – eine gute Idee

27. Oktober 2018  Aktion, Kommunalpolitik, Verkehr

J. Renz, T. Hardt und M. Auerbach haben die möglichen Varianten für einen Radschnellweg durch Esslingen mit abgefahren. Foto: DIE LINKE

Der nächste Feinstaubalarm kommt sicher bald. Da sind gute Ideen gefragt, den motorisierten Individualverkehr einzudämmen. Eine solche Idee ist der Radschnellweg von Reichenbach nach Stuttgart, der vor allem Berufspendler*innen zum Umstieg vom Auto auf das Fahrrad oder das Pedelec bewegen soll. Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) forciert das Projekt und die Planungen laufen auf Hochtouren. Neben der LINKEN- Vorsitzenden Johanna Renz radelten auch die beiden Stadträte Tobias Hardt und Martin Auerbach mögliche Varianten ab.

Möglichst ohne Ampeln, Kreuzungen und Steigungen sollen Radler*innen auf direktem Weg und gut ausgebauten, vier Meter breiten, von Lärm- und Schadstoffen wenig belasteten Strecken zur Arbeit und zurück geführt werden. Der Radschnellweg soll frei von Fußgängern sein und die Wohnorte vieler Menschen anbinden.

DIE LINKE steht dem Projekt positiv gegenüber, Tobias Hardt nennt aber auch Kriterien, die der Radschnellweg ebenfalls erfüllen muss: „Wir wollen den Radschnellweg, wir wollen aber nicht, dass Fußgänger*innen oder langsame Radler*innen von ihren Wegen verdrängt werden. Für eine praktikable, möglichst allen gerechte Lösung wollen wir, dass frühzeitig der Gemeinderat und die Bürger*innen  einbezogen werden.“

Die Variante über die Hindenburgstraße mitten durch die Stadt scheidet für DIE LINKE aus, weil sie die oben genannten Kriterien gar nicht erfüllt. Am Südufer des Neckars entlang ist eine Überbrückung des Knotens von der Vogelsangbrücke über die Auffahrt der B 10 in Richtung Ulm nur schwer vorstellbar. Auch am Nordufer entlang wird es nicht einfach. Die Stadt plant einen Neckaruferpark, für den sie von der Bahn weniger Flächen kaufen kann als geplant. „Der Neckaruferpark wird fast zur Farce. Deshalb sind Grünflächen wie z.B. der Alte ZOB in Bahnhofsnähe umso wichtiger, auch wenn sie teuer an Investoren verkauft werden könnten.“, sind sich die beiden Stadträte der LINKEN einig.