Stalingrad: Gedenken und Verpflichtung

16. Februar 2018  Presse

Monumente in Wolgograd: Trauer – Pieta – und Sieg – Mutter Heimat mit Schwert. Die meistbesuchte Gedenkstätte in Russland. Foto: DIE LINKE

Ganz still ist es in Deutschland zum 75. Jahrestag des Sieges der Roten Armee in der Schlacht um Stalingrad. Mit der Kapitulation von Generalfeldmarschall Paulus endete am 2. Februar 1943 das opferreichste Gemetzel des 2. Weltkrieges, womöglich sogar der Weltgeschichte – 700.000 Soldaten beider Seiten überlebten die Schlacht nicht. Die Schlacht von Stalingrad läutete die Wende zum Sieg über Nazideutschland ein. Aus unserer Sicht muss die Erinnerung an die Schlacht von Stalingrad, die wie keine andere für das Leid des Zweiten Weltkrieges steht, als Mahnung gegen Krieg wachgehalten werden.

Stalingrad ist ein Symbol für deutsche Schuld und deutsche Verantwortung im Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion. Wir müssen über Stalingrad sprechen, als Mahnung Nationalismus zu bekämpfen, gegen Krieg und gegen das Geschäft mit dem Krieg einzustehen, als Signal für die Befreiung Europas vom Faschismus und als Gebot, friedliche Beziehungen zu unseren Nachbarn im Osten und insbesondere Russland zu pflegen. Denn es war kein „normaler“ Krieg, es war ein deutscher Angriffs- und Vernichtungskrieg, der alle bis dahin gekannten Rechtsnormen außer Kraft setzte und der in der Sowjetunion 27 Millionen Tote, Elend und ein zerstörtes Land hinterließ.

Auch deswegen ist eine Delegation der Bundestagsfraktion DER LINKEN – unter ihnen Heike Hänsel, MdB aus Tübingen – zum 75. Jahrestag des Sieges der Roten Armee nach Wolgograd gereist, um an den örtlichen Feierlichkeiten teilzunehmen. Außerdem wurde der Oberbürgermeister von Wolgograd, Andrej Kossolapow, nach Berlin eingeladen, um mit ihm über die Vergangenheit, die Zukunft und die deutsch-russische Freundschaft zu sprechen.

Für uns heißt das: Wir müssen Waffenexporte und Kriegsbeteiligungen beenden; wir müssen darauf drängen, dass Konflikte gewaltfrei gelöst werden. Und wir müssen unsere Stimme erheben gegen Kriege, Kriegsvorbereitungen und weitere Aufrüstung.


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