1. Mai – Tag der Arbeit oder Wandertag?

30. April 2016  Allgemein, Presse

 

1. Mai – Tag der Arbeit oder Wandertag?

Der 1. Mai ist der Tag der internationalen Solidarität der Arbeitenden! Als er 1890 erkämpft und eingeführt wurde, hatten sich in meiner Heimatstadt Wien 100.000 Menschen (ohne Kommunikationsmittel wie Telefon, Handy oder Komputer) im Prater getroffen, um zu demonstrieren, dass es überlebensnotwendig war, überhaupt eine Arbeit zu haben, aber auch zu feiern, dass man eine hatte. Es waren furchtbare Zeiten, erbärmliche Wohnverhältnisse und kaum Möglichkeiten Arbeit zu finden. Erst nach dem 1. Weltkrieg wurde es besser. Österreich wurde Republik. Die Stadt Wien stellte viele Menschen fest an. Die ersten großen sozialen Gemeindebauten wurden erstellt. Viele Menschen fanden dadurch endlich eine Wohnung, auch Arbeit.

Der 1. Mai gewann immer mehr an Bedeutung. Ab 1919 wurde er zum Staatsfeiertag, das wurde voll Stolz auch gezeigt und gefeiert. Frühmorgens, wenn es noch dunkel war, zogen Arbeiterblaskapellen durch die Straßen zum Wecken. Man zog seine Arbeitskleidung an: die Straßenbahner ihre Uniformen, die Spitalärzte ihre weißen Kittel, die Kaminkehrer ihre schwarze Arbeitskleidung, usw. Da vormittags keine Straßenbahnen fuhren, marschierte man zu Fuß ins Zentrum. Von allen Gemeindebezirken ging es im Sternmarsch zum mit Fahnen geschmückten Rathaus, dem Kundgebungsplatz. Dort sprachen diverse Arbeitervertreter vom Geleisteten, den Erfolgen und Hoffnungen. Auf verschiedenen Plätzen gab es für Kinder Karuselle, Ballspiele, Tanz und natürlich auch Essen und Trinken. Das größte Fest gab es auf der Donauinsel und im Prater. Also zuerst Kundgebung dann Feiern. Und wissen Sie was? So ist es auch heute noch in Wien! Fahren Sie doch hin und schauen Sie es sich an (Bericht von Inge Wahl).

1. Mai-Kundgebung des DGB, Sonntag, 11 Uhr, Marktplatz „Zeit für mehr Solidarität“.

 


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