Bedarfssteuerung, made in Esslingen

23. Dezember 2014  Allgemein

Zwiebel, 12. April 2012

Der Esslinger Gemeinderat beschloss im März die Erhöhung der Kindergartengebühren für „Unter Dreijährigen“ um 50 %. Für die Eltern bedeutet dies eine ungeheuere Mehrbelastung, die viele Infragestellen lässt, ob sie ihr Kleinkind aus finanziellen Gründen in die Kita und damit in eine verlässliche und pädagogisch qualifizierte Betreuung überhaupt geben können. Die betroffenen Eltern wehren sich zu Recht. „Natürlich schlagen die Kosten im städtischen Haushalt zu Buche und natürlich ist der Zuschuss der grün-roten Landesregierung viel zu gering“, konstatiert der Stadtrat der LINKEN Bolzhauser, „aber was steckt denn dahinter?“ So steuern Baden-Württemberg und seine Kommunen den Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz für „Unter Dreijährige“. Man zwingt die Kommunen, Einnahmen zu erhöhen, hofft auf die „Bundes-Herd-Prämie“ von 150 € monatlich für die Betreuung zuhause und setzt auf zusätzliche Tagesmütterplätze. Wenn dieses merkwürdige Komplott greift, dann ist plötzlich kein Bedarf mehr vorhanden. „Kinderland Baden-Württemberg“ sieht auf landes- und auch auf kommunaler Ebene anders aus.
Wenn der Stadtrat der LINKEN, Werner Bolzhauser, bei der Gemeinderatssitzung im März nicht aus gesundheitlichen Gründen abwesend gewesen wäre, hätte es wenigstens eine Nein-Stimme gegen die unsägliche Gemeinderatsentscheidung gegeben.
Kurzfristig mag eine solche Politik den städtischen Haushalt entlasten. Langfristig wird die fehlende qualifizierte Betreuung zu einem noch größeren Mangel an gesellschaftlicher und sozialer Integration und an notwendigen Fachkräften führen. Darüber hinaus wird es zu einer Schwächung des Standorts Esslingen führen.


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