Hitzeschutz an Esslinger Schulen: Handeln statt vertagen

Der aktuelle Bericht des Lancet Countdown zeigt die konkreten Folgen der Klimakrise: Für Deutschland wurden allein im Sommer 2022 rund 9.100 hitzebedingte Todesfälle berechnet. Besonders betroffen sind Säuglinge, Kleinkinder und sozial benachteiligte Menschen. Gerade Kinder aus einkommensschwachen Haushalten sind doppelt gefährdet: Sie leben häufiger in Hitze-Hotspots und haben seltener kühle Rückzugsorte. Die Schule wird so zum zentralen Schutzraum.

Vor diesem Hintergrund hat die Stadt Esslingen ein Hitzeschutzkonzept für Schulen vorgelegt. Doch es bleibt unzureichend: Es enthält weder konkrete Temperaturdaten noch benennt es betroffene Standorte oder konkrete Maßnahmen. Stattdessen wird ein Zeithorizont bis 2036 formuliert.

Der Handlungsdruck ist längst da. Klassenräume überhitzen bereits heute. Ein Konzept, das vor allem dokumentiert und vertagt, greift zu kurz.

Andere Kommunen zeigen, dass es anders geht. So setzt Darmstadt auf kurzfristig umsetzbare Maßnahmen – konkret benannt und terminiert.

Auch für Esslingen liegen praktikable Schritte vor:
Erstens: eine Gebäudekartierung aller Schulen nach Bauweise, Ausrichtung und Verschattung.
Zweitens: Hitzeschutzfolien an besonders betroffenen Fassaden – schnell umsetzbar und wirksam bereits im nächsten Sommer.
Drittens: die Prüfung passiver Kühlungssysteme wie Verdunstungskühlung.

Förderprogramme wie KLIMOPASS und Klimaschutz-Plus stehen bereit. Wer zu lange wartet, lässt diese Mittel ungenutzt.

Konsolidierung darf Zukunft nicht gefährden

Haushaltsdisziplin ist notwendig. Gleichzeitig gilt: Klimapolitisch wirksame Maßnahmen dürfen nicht gestrichen werden. Beispiele wie die geplante Abschaffung des Stadttickets zeigen, wie schnell sinnvolle Instrumente unter Druck geraten.

Die Frage ist nicht, ob wir handeln können. Die Frage ist, ob wir es uns leisten können, es nicht zu tun.