Nicht einmal ein Jahr hat es gedauert und schon möchte die Verwaltung das Stadtticket wieder abschaffen. Und das zum zweiten Mal, nachdem so viele für die Wiedereinführung gekämpft hatten. Dabei ist das Ticket ein großer Erfolg. Es ist bei vielen Esslinger*innen beliebt und wird ausgiebig genutzt. Mit rund 700.000 Euro wird es pro Jahr von der Stadt bezuschusst. Die Abschaffung ist ein Angriff auf bezahlbare und umweltfreundliche Mobilität. Dass die Stadtverwaltung ausgerechnet das Stadtticket abschaffen will, ist für uns Linke unverständlich. So ist es doch gleich aus mehreren Gründen sinnvoll. Das Stadtticket bietet die Möglichkeit, das Auto stehen zu lassen und entlastet damit die Straßen und das Klima. Die Ticketpreise im ÖPNV wurden die letzten Jahre immer stärker verteuert, besonders für Menschen ohne Abo. Tagestickets und Einzelfahrten sind für Menschen mit geringem Einkommen und Familien häufig nicht bezahlbar. An dieser Stelle setzt das Ticket an. Es bietet die Möglichkeit, einen Tag lang in ganz Esslingen bezahlbar Bus zu fahren. Die Abschaffung ist aus unserer Sicht symptomatisch für die Esslinger Verkehrspolitik. Bürgermeister und Gemeinderät*innen schaffen ein beliebtes Angebot ab, dass sie selbst nicht nutzen und stärken damit den KFZ-Verkehr. Da tröstet es auch nicht, dass man gleichzeitig Freifahrten an Samstagen und eine bessere Taktung zu Festivitäten ermöglichen möchte. Mobilität ist ein Grundrecht und muss dauerhaft für jeden bezahlbar sein. Wir als Linke fordern, dass das Stadtticket bleibt. Das Vorgehen der Verwaltung halten wir für klima- und sozialpolitischen Unfug. Die Esslinger*innen haben für das Ticket gekämpft, sie werden es wieder tun.

