Landkreis bestätigt: Es gibt ihn wirklich

Die nächste Kreistagssitzung ist am 05.11.2026; Bild mit KI erstellt

Esslingen. Einwohner des Landkreises haben gestern überrascht festgestellt, dass der Bus fährt, der Müll abgeholt wird und der Führerschein-Termin stattfindet. Verantwortlich ist eine Institution, die viele bisher für ein Gerücht hielten: der Landkreis. „Ich dachte, das macht alles die Stadt. Oder Gott“, sagt Heinz-Dieter K. (58) aus Esslingen im Kreiskrankenhaus.

Recherchen ergaben: Der Landkreis kümmert sich um Nahverkehr, Abfall, Kreisstraßen, Kliniken, berufliche Schulen, Gesundheitsamt, Jugendhilfe und Sozialleistungen. Einen Werbeetat gibt es nicht. „Das erklärt, warum uns keiner kennt“, sagt ein Sprecher, den auch keiner kennt.

Bezahlt wird das vor allem über die Kreisumlage der Städte und Gemeinden. Im Haushalt 2027 soll der Hebesatz von 35,9 auf 35,6 Prozent sinken. Das klingt nach Kleingeld, fehlt aber später bei Bussen, Jugendhilfe und Kliniken, während die Aufgaben bleiben. „Drei Zehntel Prozentpunkte sind keine Kleinigkeit“, erklärt ein Finanzexperte, den wir uns gerade ausgedacht haben.

Im Kreistag wird derweil um jeden Posten gerungen, die Zuschauerränge bleiben traditionell leer. Dabei fällt dort die Entscheidung, ob Kreisstraßen saniert und Buslinien getaktet werden.

Die kleine Linke Fraktion kündigt Anträge an, selbstverständlich mit Deckungsvorschlag. „Wir sind klein, aber wir können rechnen.“

Kommen Sie zur nächsten Sitzung- 5.11., 16:00 Uhr im Landratsamt. Eintritt frei, Stühle bequem.

Sie sind verdächtig!

Monika Heim: Unter Videobeobachtung; Foto: privat

CDU, Grüne und Stadtverwaltung wollen eine dauerhafte Videoüberwachung, u.a. auf dem Bahnhofsplatz. Als Begründung werden Straftaten und Ordnungswidrigkeiten und der Wunsch nach mehr Sicherheit genannt. Art, Tatort, Zeitraum und räumliche Zuordnung sind nicht geklärt. Gleichzeitig fehlen belastbare Zahlen darüber, wie viele unbeteiligte Menschen täglich und wiederholt von den Kameras erfasst würden. Ohne diese Bezugsgröße bleibt die Abwägung des Eingriffs in das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung unvollständig. „Sie sind verdächtig!“ weiterlesen

KJR-Zukunftsfestival: Jugend will Antworten

Unbubble – Gesprächsrunde des KJR im Lux; Foto: KJR

Im Rahmen seines Zukunftsfestivals Future Wave hatte der Kreisjugendring letzten Samstag junge, politisch engagierte Menschen zu einer Diskussion eingeladen. Mit dabei waren Vertreter der JEF, der Jugendorganisationen der SPD, Grünen, CDU und der Linken. Deutlich wurde dabei, dass die jungen Menschen trotz ihrer unterschiedlichen Überzeugungen sich zumindest einig sind, dass die gestellten Fragen einer Antwort bedürfen. „KJR-Zukunftsfestival: Jugend will Antworten“ weiterlesen

Ein Plan für die Schublade oder für die Zukunft?

Noch viel zu tun beim Radwegenetz. Z.B. in der Mettinger Straße; Foto:privat

Mit dem Klimamobilitätsplan fördert das Land Maßnahmen der Stadt mit 75 Prozent. Die Landesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den motorisierten Individualverkehr bis 2030 auf 60 Prozent des jetzigen Stands zu reduzieren. Die Verwaltung hatte im Februar dieses Jahres ein Forum Klimamobilitätsplan mit verschiedenen Akteuren in der Stadt eingeladen. Im Vorfeld fand eine Bürgerbeteiligung online mit 1.000 Teilnehmer*innen dazu statt. Das macht Mut. Nur ist seitdem nichts mehr passiert, weder im Gemeinderat noch in der Öffentlichkeit. „Ein Plan für die Schublade oder für die Zukunft?“ weiterlesen

Wenn Wahlergebnisse nicht ins Bild passen

Sechs Wahlen hat Die Linke in diesem Jahr erlebt. Und die Ergebnisse erzählen eine andere Geschichte als manche Schlagzeile.

Baden-Württemberg: 4,4 Prozent – kein Einzug in den Landtag. Rheinland-Pfalz: 4,4 Prozent – kein Einzug in den Landtag. Sachsen-Anhalt: 8,6 Prozent und acht Mandate. Niedersachsen: 6,0 Prozent bei den Kreiswahlen – mehr als doppelt so viel wie 2021. Mecklenburg-Vorpommern: 6,5 Prozent. Und Berlin: 25,7 Prozent, stärkste Kraft im Abgeordnetenhaus.

Man muss diese Ergebnisse nicht gut finden. Aber man sollte sie ernst nehmen. Statt über steigende Mieten, soziale Unsicherheit oder die Ursachen des Berliner Wahlergebnisses zu sprechen, dominieren plötzlich andere Schlagzeilen: Remmo. Antisemitismus. Extremismus. „Wenn Wahlergebnisse nicht ins Bild passen“ weiterlesen

Semesterstart: Zwischen Vorfreude und Sorge

Seit dieser Woche beginnt mit dem neuen Semester ein aufregender Lebensabschnitt für viele Studierende an der Hochschule Esslingen: neue Stadt, neue Menschen und der Start ins Studium. Doch für viele Studierende bedeutet der Semesterbeginn auch Wohnungssuche, steigende Kosten und die Frage, wie sich Miete, Lebensunterhalt und Studium finanzieren lassen.
Denn neben Vorlesungen und Prüfungen müssen viele Studierende arbeiten, um ihr Studium und ihren Alltag zu finanzieren. Gerade bezahlbarer Wohnraum ist dabei eine große Herausforderung. Auch beim BAföG besteht aus Sicht des Linken Reformbedarfs: Die finanzielle Unterstützung ist weiterhin an bestimmte Voraussetzungen und unter anderem an das Einkommen der Eltern geknüpft.
Im Juni 2026 beriet der Bundestag über einen Antrag der Linken mit dem Titel „Ein BAföG, von dem man leben und studieren kann“. Darin fordert die Fraktion unter anderem höherer, regelmäßig an die angepassten Inflationsfördersätze sowie einen regional gestaffelten Mietkostenzuschuss. Der Antrag wurde im Juli im zuständigen Ausschuss mehrheitlich abgelehnt.
Die Linke Esslingen hat den Semesterstart deshalb zum Anlass genommen, vor der Hochschule mit Studierenden ins Gespräch zu kommen. Bei einer Aktion wurden Schultüten mit Süßigkeiten, Stickern und Informationen an wichtige Veranstaltungs- und Beratungsangebote in Esslingen verteilt.
Dabei ging es auch um die Frage, wie Studierende selbst Einfluss auf ihre Lebens- und Studienbedingungen nehmen können. Die Linke Esslingen möchte den Austausch mit Studierenden über Themen wie Wohnen, BAföG, soziale Angebote und die Situation an der Hochschule auch zukünftig weiterführen.

3. Oktober – Gegen Hochrüstung, Wehrpflicht und Krieg

Ablauf der Kundgebung in Stuttgart

Ab 12:45 Uhr auf dem Schlossplatz Musik von Playtime (das „kleine Bluesorchester“). Dem folgt um 13 Uhr ein Videostatement der „Ulm 5“ (Palästina-AktivistInnen, die wegen Aktionen gegen israelischen Rüstungskonzerns Elbit System angeklagt sind). Dann gib es Musik von Toba Borke (Freestyle-Rapper), bevor Ronja Fröhlich (Nein zur Wehrpflicht) und Leo (Schulstreikkomitee Weinheim) sprechen. Ihnen folgen Michael Quetting (ver.di Saar-Blies zu Kriegsvorbereitung im Gesundheitswesen) und mit einem Video-Grußwort Margot Käßmann (ehem. EKD-Ratsvorsitzende). Weitere Grußworte sind von Sophie Bolt (Generalsekretärin der Campaign for Nuclear Disarmament in Großbritannien) und von Klaus Zwickel (ehemaliger Vorsitzender der IG Metall) vorgesehen. Dann gibt es Reden von Özlem Demirel (Stellv. Parteivorsitzende Die Linke, MdEP, EU-Aufrüstung) und von Paul Schobel (pax christi, Betriebsseelsorger, Autor). Im Anschluss gibt es eine große Demonstration quer durch Stuttgart. Auf der Abschlusskundgebung sprechen Sevim Dagdelen (BSW, Journalistin, bis 2025 MdB), Jules El Khatib (Deutsch-Palästinensische Gesellschaft) und Mark Ellmann (DKP-Parteivorstand, Friedenskommission, aktiv in der GEW zu Kapitalismus und Krieg). Vorgesehen ist ein Video-Grußwort des Journalisten Hüseyin Dogru sowie Musik von Reinhard Frankl.

 
 
 

 

Gelber Sack, rote Zahlen?

Müll kann lukrativ sein; Foto KI-generiert

Unser gelber Sack wurde wieder einmal nicht abgeholt. Ärgerlich? Ja. Aber vielleicht ist das eigentliche Problem größer als ein liegengebliebener Müllsack. Mit Abfall wird in Deutschland richtig Geld verdient. Die Kreislaufwirtschaft erwirtschaftet inzwischen einen Jahresumsatz von über 100 Milliarden Euro. Müll ist längst kein Abfall mehr, sondern ein Rohstoff – und ein Geschäft. „Gelber Sack, rote Zahlen?“ weiterlesen

Auf nach Stuttgart!

Auf nach Stuttgart!
Landtagswahl Sachsen-Anhalt: Bitter für die Linke: Noch im Sommer bei 13–14 % Umfragewerten, ließ sie am Wahltag mit 8,6% spürbar Federn – auch weil Kampagnen wie Campact gezielt zur strategischen Stimme für SPD (9,3 %) und Grüne (8,9%) aufriefen. Die Linke blieb hinter den Erwartungen zurück, dennoch die einzige Partei, die – vom Wahlsieger abgesehen – mit Direktmandaten in drei Wahlkreisen aufwarten kann. „Auf nach Stuttgart!“ weiterlesen