Esslingen baut Zukunft – statt den Niedergang herbeizureden

Esslingen baut Zukunft, Bild KI-generiert

Die Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) zählt den Innovationsraum Stuttgart zu den 100 stärksten Innovationsregionen der Welt. Esslingen gehört dazu – mit Unternehmen wie Festo, INDEX, Kiesel Bauchemie, Balluff oder Pilz. Unser Wohlstand ist nicht vom Himmel gefallen. Er wurde durch Ausbildung, Ingenieurskunst und Sozialpartnerschaft aufgebaut. Gerade deshalb ist die Entwicklung bei Festo so bitter. Der Esslinger Weltmarktführer investiert weiterhin Milliarden in Innovation und mehr als acht Prozent seines Umsatzes in Forschung und Entwicklung – gleichzeitig sollen in Deutschland 1.300 Stellen abgebaut werden. Aus unserer Sicht ist das ein gefährlicher Widerspruch: Das größte Kapital eines Innovationsunternehmens sind nicht Gebäude oder Maschinen, sondern die Menschen mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung. Wer dieses Kapital abbaut, riskiert Zukunft. Dabei zeigen die aktuellen Konjunkturdaten durchaus Hoffnung. Das IMK hat seine Wachstumsprognose für 2026 von 0,6 auf 1,3 Prozent mehr als verdoppelt. Auch Esslingen spürt erste Signale: Die Gewerbesteuererwartung verbessert sich von 54,9 auf knapp 60 Millionen Euro, gleichzeitig sinken die Personalausgaben um rund eine Million Euro. Das ist noch keine Entwarnung – aber ein klares Zeichen gegen die permanente Untergangsrhetorik. Noch wichtiger ist jedoch die Frage, wie wir kommunal handeln. Eine aktuelle Studie beziffert die volkswirtschaftlichen Kosten eines einzigen Hitzetages in Deutschland auf 431 Millionen Euro – fast ausschließlich durch Produktivitätsverluste. Auf Esslingen heruntergerechnet entspricht das grob einer halben Million Euro wirtschaftlicher Belastung pro heißen Tag. Hitzeresilienz ist deshalb keine grüne Spielerei, sondern Wirtschaftspolitik. Bäume, entsiegelte Plätze, Trinkbrunnen, Schatten, kühlere Schulhöfe und hitzeresiliente Gewerbegebiete schützen Gesundheit, Produktivität und letztlich auch kommunale Einnahmen. Als Fraktionsgemeinschaft DieLinke/FÜR Esslingen setzen wir deshalb auf zwei Stellschrauben: ein professionelles Fördermittelmanagement, damit mehr Landes-, Bundes- und EU-Gelder nach Esslingen kommen, und konsequente Investitionen in eine klimaresiliente Stadt. Wann ist aus dem schwäbischen Anpacken eigentlich das ständige Nölen geworden? Esslingen gehört zu einer der innovativsten Regionen Europas.  Jetzt sollten wir auch den Mut haben, entsprechend zu handeln.