lautet ein Theaterstück von und mit Jan Uplegger, Yumiko Tsubaki und Maria Hinze welches am 15.Januar 2023, 19h00 Im KunstDruckCentraltheater Esslingen aufgeführt wird.
Am 19.12. beschloss eine Mehrheit im Gemeinderat, das Ergebnis des Bürgerentscheids zu Standort und Erweiterung der Stadtbücherei aufzuheben. Wird auch hier „die Demokratie“ neu vermessen? Was ist sie überhaupt diese „Demokratie“ und hat sie heute auch zu wenige Freunde, wie einst in der Weimarer Republik? Fragen, die gemeinsam mit Benjamin Stein (Bezirksgeschäftsführer der Gewerkschaft ver.di), Dr. Halbekann (Stadtarchivar und Gedächtnis der Stadtgeschichte) und dem Künstler Jan Uplegger anschließend gemeinsam erörtert werden können. Welche Rolle spielen Gewerkschaften noch im politischen Diskurs – sind sie das gute Gewissen hinter der Lohn/Preisspirale oder die letzte Bastion im Kampf um soziale Gerechtigkeit? Welche Auseinandersetzungen gab es zur Zeit Wilhelm Leuschners in Esslingen, was geschah im Ort am 20. Juli? Warum widmet sich der Künstler Jan Uplegger gerade diesem Kapitel der Weltgeschichte? Wie ist Widerstand in einer allumfassenden Diktatur möglich? Fragen, die sich heute wieder in vielen Ländern stellen. Jan Uplegger (Schauspiel), Yumiko Tsubaki (Violine) und Maria Hinze (Klavier) zeigen in ihrer Inszenierung auf, wie unter der Herrschaft der Nazis ein einzelner Mann ohne heutige Möglichkeiten der digitalen Kommunikation ein ganz Deutschland umfassendes Netzwerk aufbaute, das als Basis für das das Attentat des 20. Juli wirkte. Wilhelm Leuschner war Herz und Hirn der sozialdemokratischen Gewerkschaft im Untergrund, in Verbindung mit dem militärischen Widerstand um Stauffenberg, sowie anderen freiheitlichen Gewerkschaftlern, mit denen zusammen er eine Einheitsgewerkschaft plante. Er schuf damit auch die Grundlage des heutigen DGB.
Man darf, bei freiem Eintritt, auf einen spannenden Abend im Centraltheater gespannt sein!



Da steht es, ein altes Haus in Esslingen, ein wichtiger Bestandteil unserer Altstadt. Und es steht leer – seit Jahren! Zuletzt waren hier Notwohnungen für Obdachlose, die aber irgendwann gekündigt wurden. Entstanden ist das Haus am Ausgang des Mittelalters, das Vorderhaus 1507, das Hinterhaus 1548. Es war eine bewegte Zeit: Esslingen wandte sich der Reformation zu, der große Nachbar, das Herzogtum Württemberg, erdrückte die kleine Reichsstadt schier politisch mit Wirtschaftsblockaden, nachdem ein Eroberungsversuch 1519 gescheitert war. Die Fassade des Hauses hingegen kündet von biedermeierlicher Beschaulichkeit. Sie geht auf einen zeittypischen klassizistischen Umbau 1832 zurück. Damals war das Haus im Besitz eines Schneiders. Es weist eine Besonderheit auf, die in Esslingen nicht häufig anzutreffen ist: einen stimmungsvollen Innenhof mit hölzernen Laubengängen. Dieses leerstehende Haus gehört der Stadt.
Die Verwaltung schlägt dem Gemeinderat in ihrer Beschlussvorlage für den 19. Dezember 7,6 Millionen Euro für die notwendigsten Sanierungsarbeiten und 7,4 Millionen Euro für Gestaltungsmöglichkeiten zur Modernisierung der Stadtbücherei vor. Von einer Erweiterung ist keine Rede mehr. Das Nachbargebäude Heugasse 11 ist extrem gefährdet, verkauft zu werden. DIE LINKE will mindestens 25 Millionen Euro zur Modernisierung und vor allem auch zur Erweiterung der Bücherei einsetzen. Bekanntlich klagt die Stadtverwaltung über eine katastrophale Haushaltslage und fordert die Konzentration auf Pflichtaufgaben. DIE LINKE sieht gerade im Bürgerbegehren eine Verpflichtung gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt und fordert zur Einnahmenkritik statt einer alleinigen Aufgabenkritik auf. 

Der Bundesregierung steht ein heißer Herbst bevor. Immer mehr Menschen in Deutschland sind mit den Maßnahmen der Ampel nicht einverstanden, wie auf die derzeitige Krise reagiert wird. Die Preise für Lebensmittel, Strom und Gas gehen durch die Decke. Gleichzeitig machen viele Konzerne mit Krieg und Krise extra Gewinne. Der Club der Reichen wird größer, während immer mehr arm werden. DIE LINKE sagt:
Die Esslinger LINKE will, dass die Stadt die als Rücklagen zugesagten 25 Millionen in den nächsten Jahren für die Modernisierung und Erweiterung der Stadtbücherei einsetzt. Auch dem Finanzdezernat sind die Baukostensteigerungen in den letzten Jahren bekannt, die mit mindestens 5% pro Jahr hätten eingerechnet werden müssen. Aus ihrer Sicht verpflichtet schon allein das Bürgerbegehren bald mit dem Bau zu beginnen, anstatt wie die Jahrzehnte zuvor die Pausentaste zu drücken. Darauf zielt ein Antrag mit einigen Anregungen und Fragen an den Gemeinderat und die Verwaltung. Angesichts der katastrophalen Haushaltslage ist für sie aber eine zeitliche Streckung und Abstriche vom Ideal kein Tabu. „Wir regen an, auf Veranstaltungsräume zu verzichten, die nicht für den alltäglichen Bedarf genutzt werden und stattdessen auf nahegelegene Räume wie die Schickardthalle etc. zurückzugreifen.“, sieht Stadtrat Martin Auerbach Potenzial zum Einsparen. Sein Ratskollege Tobias Hardt meint, dass die Stadt wenn möglich mit dem Nachbargebäude beginnt. „Da seitens der Bücherei der Mangel an Arbeitsräumen u.a. für Schülergruppen priorisiert wurde, wäre hier Geld sehr sinnvoll investiert. Zudem wäre Ausweichfläche da, wenn größere Flächen in der alten Stadtbücherei saniert werden.“, sagt er. Unverzichtbar ist für DIE LINKE die rasche Umsetzung von Barrierefreiheit. Klingeln an der Hintertür, um mit dem Rollstuhl hinein zu können, muss der Vergangenheit angehören. Von der Verwaltung will DIE LINKE wissen, Welche Fördermöglichkeiten seitens des Bundes oder des Landes für die Modernisierung und Erweiterung der Bücherei zur Verfügung stehen. Die Verwaltung solle alternative Einsparpotenziale aufzeigen. 