Volksbegehren: Artenschutz – Rettet die Bienen

06. Oktober 2019  Aktion, Allgemein
Beispiel einer ausgestorbenen Vogelart: In Neuseeland lebten früher Moas. Heute findet man nur noch deren Skelette. Bildautor: DIE LINKE

Das Artensterben ist eine der größten Herausforderungen der Menschheit. Je weniger Arten es gibt, desto anfälliger ist die Welt für Seuchen, Dürren oder Ernährungsengpässe. Die Welternährungsorganisation gibt an, dass 71 Prozent der von Menschen verzehrten Lebensmittel von Bienen bestäubt werden. Weltweit sind dennoch etwa eine Million Arten insgesamt bedroht. Und in Baden-Württemberg sieht es nicht besser aus: Die Hälfte der 460 Wildbienenarten, die hier vorkommen, stehen auf der roten Liste. Früher häufig vorkommende Arten wie Rebhuhn oder Feldhamster sind fast verschwunden. Am Bodensee sind laut Max-Planck-Gesellschaft 25 Prozent der Vögel seit 1980 verschwunden. 

Der Rückgang von Bienen, Schmetterlingen, Fischen, Vögeln und Wildkräutern ist im Ländle alarmierend. Da die Politik diese Bedrohung nicht verbindlich bekämpfen will, machen BürgerInnen mit dem Volksbegehren selbst Politik – und bringen einen Gesetzentwurf ein, der Artenvielfalt schützen will. Bis zum 23. März 2020 hat das Volksbegehren sechs Monate Zeit, die Unterschriften von 10 Prozent der zum Landtag Wahlberechtigten zu sammeln (etwa 770.000). Wahlberechtigt sind 18-Jährige mit deutscher Staatsangehörigkeit, die am Tag der Unterschrift seit drei Monaten mit ihrem Erstwohnsitz in Baden-Württemberg gemeldet sind. Sie müssen auf speziellen Formularen, die unter www.volksbegehren-artenschutz.de abzurufen sind, unterschreiben. Vom 18. Oktober 2019 bis 17. Januar 2020 kann zusätzlich auch in allen Rathäusern in Baden-Württemberg unterschrieben werden. 

Das Volksbegehren hat bei vielen Landwirten und Gärtnern Ängste ausgelöst, die Ernst genommen und diskutiert werden müssen. Es muss und kann durch entsprechende Wirtschaftsweise und Flexibilität bei der Umsetzung der vorgesehenen Bestimmungen gelingen, die Produktion von gesunden Lebensmitteln und den Artenschutz unter einen Hut zu bringen.