Kreisrat Reinhold Riedel zum Kreisjungendring

17. April 2017  Aktion, Kommunalpolitik, Soziales

Konsolidierung KJR, Abschlussbericht

Der umfangreiche Abschlussbericht zur Konsolidierung des KJR umfasst 73 Seiten. Er stellt eine insgesamt erfreuliche Erfolgsgeschichte dar. Der Liquiditätsengpass des KJR war Anlass, die Wirtschaftlichkeit der weitverzweigten Arbeit zu überprüfen, um mehr Transparenz und Klarheit bei Kosten und Einnahmen zu schaffen. Zugleich wurden die Strukturen so umgestaltet, dass Entscheidungen zeitnah und sachgerecht gefällt werden können. Mitspracherechte aller Beteiligten sind bei großer Kompromissbereitschaft neu austariert worden. Eine begleitende Überprüfung und flexible Anpassung an neu entstehende Aufgaben wird angestrebt und ermöglicht.

An diesem Prozess der Überprüfung und Erneuerung waren Mitglieder des Vorstands, der Geschäftsführung und der Belegschaft des KJR, Fachleute von außen, Vertreter der Kommunen und des Kreistags; aber vor allem viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verschiedener Ämter des Kreises beteiligt. Sie alle haben zwischen Ende 2014 und Ende 2016 intensiv an dieser Konsolidierungskonzeption gearbeitet. Sie haben die wichtige Arbeit des KJR auf ein solides Fundament gestellt. Sie haben die Krise als Chance genutzt. Ihnen allen ist zu danken!

Zu danken ist auch den Kommunen und dem Kreis, die bereit waren, neu berechnete, zusätzliche Verwaltungskostenanteile rückwirkend und in der Zukunft zu tragen.

Wir als Fraktion DER LINKEN haben drei Anmerkungen bzw. Fragen zum Bericht:

  • Unter Punkt 4.7.2 (S. 16 + 17) werden erhebliche Bedenken gegenüber einer Öffnung des „Esslinger Modells“ bei der offenen Kinder- und Jugendarbeit für andere freie Träger vorgetragen. Wir teilen diese Bedenken und lehnen eine derartige Öffnung ab.
  • Unter B 011 (Anlage 2, S. 16) des Maßnahmenkatalogs vom 7.3.2015 wird die Kündigung der Betriebsvereinbarung und Neuabschluss zu geänderten Konditionen aufgeführt. Diese ergeben eine Reduzierung von 300.000 Euro; d.h. um eine Halbierung der Personalkostenrückstellung von 600.000 Euro auf 300.000 Euro. Geht es bei dieser Maßnahme um die Erhöhung der Liquidität oder um eine Reduzierung der tariflich vereinbarten Gehälter und Abgaben?
  • Unter C 011 (Anlage 2, S. 28) des Maßnahmenkatalogs vom 7.3.2015 werden 30.000 Euro gestrichen, die für die Fortbildung zum „Anti-Gewalt-Trainer“ vorgesehen waren. Wodurch ist diese Kürzung inhaltlich begründet? Wäre es nicht sinnvoll, in einer Zeit, in der die Zunahme von Aggressivität und Gewalt in vielen Lebensbereichen beklagt wird, solch ein Training durchzuführen und sogar noch auszuweiten?

In einer Zeit, in der Jugendliche denen da oben – uns, den Politikern – immer weniger Vertrauen schenken; in der trotz gesellschaftlich einseitigem Reichtums immer mehr Kinder in Armut aufwachsen; ist die Arbeit des KJR wichtiger den je. Sie trägt dazu bei, Teilhabe zu ermöglichen; und Solidarität zwischen den Generationen und in der Gesellschaft herzustellen.

Zum Schluss obliegt es mir daher, im Namen der Fraktion DIE LINKE, dem KJR und allen Beteiligten alles Gute für die zukünftige Arbeit auf der Basis dieser jetzt erreichten Konsolidierung zu wünschen. Diese Wünsche gelten aber insbesondere den Kindern und Jugendlichen hier im Landkreis, mit denen und für die der KJR seine Arbeit erbringt.


Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*