Stadt wollte Büchereistandort durchwinken

03. Oktober 2017  Aktion, Allgemein, Bildung, Kommunalpolitik

Stadtbücherei: Ausbau am Standort Heugasse oder Neubau in der Küferstraße? Foto: DIE LINKE

Die Stadtverwaltung wollte am 9. Oktober die Standortfrage im Gemeinderat durchwinken. Jetzt wurde sie von allen Gruppen zurückgepfiffen. Die bisherige Vorbereitung wird als unzureichend bewertet. Im Juni gab es einen interfraktionellen Antrag, ein Grundstück in der Küferstraße als Option zu prüfen. Die Verwaltung wertete im Juli im Gemeinderat sehr einseitig zwischen der Heugasse und der Küferstraße. Der Gemeinderat entschied, noch die Bürger/innen einzubeziehen. In einer öffentlichen Präsentation im September leistete sich die Verwaltung dann einen Offenbarungseid, denn nicht einmal in der Bücherei selbst lagen Einladungen aus. Im Saal standen 50 Stühle für mehr als 200 Menschen.

Kultur- und Sozialbürgermeister Dr. Markus Raab sprach von Visionen mit einem Techniklabor, Lernstudios, Musikmediathek oder einem Lesegarten. Dabei verschwieg er, dass fast alle Ideen selbstverständlich auch in der Heugasse realisierbar wären.

Viele Fragen blieben offen. Reicht ein grober Grundriss für eine so bedeutende Entscheidung aus? Findet die Verwaltung wirklich einen neuen Platz für den Diakonieladen? Mit einem Neubau wird es zudem nicht mehr Fläche geben, als wie es auch in der Heugasse machbar wäre. Für die allermeisten Menschen sprach das besondere Flair für die Heugasse. Was passiert denn mit dem Bebenhäuser Pfleghof, wenn die Bücherei wegzieht? Baubürgermeister Wilfried Wallbrecht hatte keine Antwort, doch LINKEN- Stadtrat Tobias Hardt half ihm aus: „Die LINKE hat im Gemeinderat beantragt, dass der Bebenhäuser Pfleghof auch im Falle eines Umzugs der Bücherei im Besitz der Stadt und öffentlich zugänglich bleiben muss. So haben sich auch SPD und Grüne geäußert.“ Die Stadt müsste dann allerdings 40 Millionen Euro investieren – ein weiteres Argument für die Heugasse.


Ein Kommentar zu „Stadt wollte Büchereistandort durchwinken”

  • Petra Helmcke sagt:

    Gut zusammengefasst!
    Darf ich ergänzen? Die Machbarkeitsstudie von 2013 geht von Sanierungskosten für den Pfleghof von 10,8 Mio aus. Addiert man den Baukostenfaktor von 2,5 % p.a. hinzu, sind wir bei 12,2 Mio. Warum spricht die Stadtverwaltung von 21,3 Mio?

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